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Der Rucksackberater

Die Gazelle braucht einen Männerrucksack. Der passt einfach besser. Das sagt der Rucksackberater. Naja, stimmt schon denke ich, sie hat schon relativ breite Schultern. Und dass da eine Wespe an der Gazelle verloren gegangen ist, kann man erahnen, als sie den Hüftgurt zunächst etwas zu weit in Richtung Taille ansetzt. Aber der Rucksackberater weiß Bescheid und erklärt eifrig und ausschweifend, wie man einen Rucksack aufs Kreuz montiert, wie man welche Strippen zieht, auf dass das Gewicht auf der Hüfte lasten möge und nicht auf der Wirbelsäule und wie man das Ding belädt, so dass man nicht herumschwankt wie ein Rohr im Wind, dem ein Vogel auf die Spitze geschissen hat. Es stellt sich heraus, dass die Gazelle gerade einen entscheidenden Schritt in ihrem Leben unternimmt: Sie steigt vom teuren Rollkoffer auf den sündhaft teuren Rucksack um. Der Rucksackberater findet die Gazelle bestimmt nicht so übel und erklärt routiniert und ohne Scham, wie das mit dem separaten, belüfteten Fach für schmutzige Wäsche funktioniert. Dann unterbreche ich den Flirt ums Geschäft, ich muss nämlich fragen, ob ich mit meinem Rucksack einfach zur Kasse kann. Also mit dem, den ich mir ausgesucht hab. Ohne den Rucksackberater. Ich fühle mich ganz wohl so, wie es ist. Ohne Flirt, ohne Berater, ohne Dreckwäschefach.

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