Skip to content

Fensterbank

Die Tür geht auf, ich sehe einen Streifen Licht, ich schlüpfe hindurch. Die Tür geht zu. Es ist staubig und dunkel in diesem Raum. Große helle Licht­flächen stehen in der Luft, sie fallen quer durch die Szene, heraus aus Fenstern, die an Seiten des Gebäudes sind, hinter denen eigentlich andere Räume sein müssten. Die Dielen knarzen und ich folge den Fußspuren im Staub, die mal hell erleuchtet, mal nur zu erahnen sind. Sie führen zu einem Fenster, das offen steht, und die Fenster­bank ist ganz blank, da liegt kein Staub, nur in den Ecken sind Spuren, die von Händen und Füßen zeugen könnten. Ich lehne mich hinaus und blicke in eine milchige Land­schaft, in der es kein Unten und kein Oben zu geben scheint. Sind meine Vor­gänger wie Geckos an einer Außen­fassade hinaufgeklettert? Oder hinab­gerutscht? Oder einfach davon­geschwebt? Oder ver­schwinden Fenster und Fassade gar, wenn man sich zu weit hinaus­lehnt? Ist die Tür eigentlich noch von innen zu öffnen? Eine hohe, schwebende Melodie klingt ganz leise in der Ferne, ich stelle mir schwingendes Metall vor. Nur drei Töne sind es. Sie wieder­holen sich in vermutlich zufälliger Reihen­folge, aber nie kommen zwei gleiche hinter­einander. Dreitonmusik. Nur drei Töne, alles nur wegen drei kleinen klingenden Tönen, denke ich, als meine Füße die Fenster­bank hinter sich lassen.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Formular-Optionen