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Verwundert

Eigentlich ist Philips und Sony ein Wunder gelungen. Sie haben einen Daten­träger entwickelt, den die Künstler angenom­men haben. Ein bisschen Glück war auch dabei, und so kam eine nahezu kompromiss­lose Ton­qualität dabei heraus. Von einer seltsamen Plastik­ver­pack­ung, die man euphe­mistisch Jewel Case genannt hatte, gingen die Künstler über zu schön be­druckten Pappver­packungen, mit viel Liebe gestaltet. Kleine und große Komplett­kunst­werke; hält man heute eine CD in der Hand, dann hat man in keinster Weise das Gefühl, einfach nur ein paar hundert Millionen Bits in der Hand zu haben, mitnichten ist es ein reiner Tank voller Zahlen. Schub­lade auf, ein­legen, schon das ist ein kleines Ritual. Dann beginnt die Reise durch die Töne. Manchen ist das nicht genug. Manche brauchen die Lang­spiel­platte, die Schall­plat­ten­bürste gegen den Staub, aber bitte nicht gegen allen Staub, ein paar Knackser dürfen es eigentlich schon sein. Die klingen besser, sagen sie. Aber eigent­lich geht es um das Ritual, um das Wert­schätzen von Musik, um das An­fassen und sich be­rühren lassen. Die anderen gehen zu Spotify, dem Online-Armuts­zeugnis für künst­lerische Leis­tungen. Das gelungene Wunder hat aus­gedient, die Körper­losig­keit des Netzes hält den Kon­sumenten gefangen und die Künstler müssen auf die Bühne flüchten, um einen Rest von Mammon zu erhaschen.

Foto: Pixabay, bearbeitet vom Autor.

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